Taufe

Christus spricht: "Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (Matthäus 28,19-20).

 

Aus dem Lernstoff für die Konfirmation (Formulierung von Johannes Brenz, um 1550):

Frage: "Warum bist du ein Christ?"

Antwort: "Darum, dass ich glaube an Jesus Christus und bin auf seinen Namen getauft."

 

Das soll heißen: Glauben und Taufe gehören zusammen. Der Glaube ist entscheidend für meine Beziehung zu Gott, nicht die Taufe (vgl. Mk.16,16). Dennoch gehört die Taufe zum Glauben, denn in ihr wird das Christsein "konstituiert": Gott sagt Ja zu diesem Menschen und seinem Glauben - und das geschieht in einem kirchenöffentlichen Gottesdienst und begründet so die förmliche Mitgliedschaft in der Kirche.

Man kann sagen: Die Taufe konstituiert nicht den Glauben, aber sie ist für den Glauben konstitutiv.

 

Die Taufe ist in der Kirche die höchste Handlung. Sie hat den Rang eines Sakramentes (wie sonst nur das Abendmahl), d.h. einer Handlung im Auftrag und in der Vollmacht Jesu Christi. Gottes Wort wirkt, was es sagt.

 

Wer getauft wird, wird Christ. Das ist das Entscheidende an der Taufe, dass ein Mensch ausdrücklich, bezeugbar (Paten!) und urkundlich zu Gott gehörig wird. Getaufte heißen "Kinder Gottes" und tragen seinen Namen: Die Taufe "auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" eignet den christlichen Familiennamen "Christ" bzw. "Christin" zu.

 

Natürlich ist es entscheidend, dass Taufe nicht geschieht ohne den Glauben. Zur Taufe gehört das Bekenntnis des Glaubens. Wo dies der Getaufte selbst nicht sprechen kann, stehen Eltern und Paten und die taufende Gemeinde für ihn ein und übernehmen damit ihrerseits die Verpflichtung, die Getauften als Kinder Gottes aufzunehmen und sie ins eigene Glauben und im Glauben zu begleiten.

 

Die Taufe kann ihrerseits dem Glauben entscheidend dienen: Da sie ein wirkliches Ereignis ist, kann sie den Glauben im Zweifel tragen. Wer glauben will, aber nur einen kleinen oder zweifelnden Glauben hat, kann sich darauf verlassen: "Ich bin getauft!"

Was tun bei einem Taufwunsch?

Wer kann getauft werden?

Jeder Mensch in jedem Alter, der den Wunsch hat getauft zu werden und den Glauben an Jesus Christus öffentlich zu bekennen, kann getauft werden.

In welchem Alter wird getauft?

Die Taufe ist unabhängig vom Alter. Wir laden Erwachsene zur Taufe ein und Familien mit ihren Kindern.

Für unmündige Kinder treten die Eltern ein. Die evangelische Kirche ermutigt Eltern, die eine christliche Familie leben, zur Taufe der Kinder. Wenn Eltern ihre Kinder von Anfang an in den christlichen Glauben hinein nehmen, werden die Kinder sich als Christinnen und Christen verstehen und ihr Getauftsein leben können.

Taufaufschub

Die evangelische Kirche anerkennt auch Überlegungen von Eltern ihre Kinder nicht unmündig taufen zu lassen, sondern zu warten bis diese selbst den Wunsch zur Taufe formulieren und ihren Glauben bekennen können. Das kann im Grundschulalter sein (so kommt es öfter vor - fragen Sie ggf. mal ihr 10jähriges Kind) oder veranlasst durch das Konfirmandenjahr oder später.

Wenn ein Kind getauft werden möchte, nehmen wir das zum Anlass auch andere Kinder in einem ähnlichen Alter zur Taufe einzuladen und ein Tauffest zu feiern. In diesem Fall gibt es eine gemeinsame Taufvorbereitung mit den Kindern an etwa 3 Nachmittagen.

An wen muss ich mich wenden?

Für Taufanliegen nehmen Sie mit dem zuständigen Pfarramt Kontakt auf. Sie können beim ersten Kontakt einen Tauftermin miteinander beraten. Dann wird die Pfarrerin oder der Pfarrer, der am jeweiligen Tauftermin den Gottesdienst leitet, mit Ihnen einen Besuch vereinbaren zum Taufgespräch. Da oft mehrere Taufen an einem Termin stattfinden, wird meistens eine gemeinsame Gottesdienstvorbereitung aller betroffenen Tauffamilien geplant (in der Regel am Samstag 8 Tage vor der Taufe).

Paten

Zur Taufe müssen mindestens zwei Patinnen/Paten gefunden werden, von denen mindestens eine/r Mitglied der evangelischen Kirche sein muss. Weitere Paten können einer anderen Konfession angehören, z.B. katholisch sein. Wenn die Patensuche schwierig ist, nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Pfarramt auf.

Details zu kirchenrechtlichen Anforderungen bezüglich Eltern und Paten finden Sie in der Taufordnung der Landeskirche.

Praktische Fragen

Tauftermine:

In der Regel sonntags um 10 Uhr im Gemeindegottesdienst (meistens am 2. Sonntag im Monat).

Taufunterlagen:

Wir benötigen den Nachweis über die Identität des Täuflings, wie er Ihnen bei Neugeborenen in der Regel als Ausfertigung "für kirchliche Zwecke" mitgegeben wird. Wenn wir ein Stammbuch erhalten, tragen wir die Taufe dort ein und geben es Ihnen nach der Taufe zurück.

Taufspruch:

Jede/r Getaufte bekommt einen Bibelspruch als Begleiter im Leben als Christin oder Christ. Diesen Spruch können Sie sich wählen oder ihn vom Pfarrer wählen lassen. Zur Wahl des Taufspruchs am besten eine Lutherbibel benutzen (fette Stellen zeigen viele der geeigneten Verse an). Eine Auswahl mit etwa 50 Beispielen finden Sie in dieser Homepage auf der Seite Taufsprüche.

Taufkerze:

Getaufte bekommen eine Taufkerze, die am Tauftag erinnern hilft an die Taufe und daran, dass Christus als Licht der Welt mit durchs Leben geht. Die Taufkerze kann auch am Geburtstag angezündet werden oder bei anderen Gelegenheiten, wo es gut tut sich an sein Christsein zu erinnern.