Die Glocken

Die Martinskirche in Neuffen besitzt ein Geläute aus 3 Glocken. Die Glocken schwingen in einem aus mächtigen Eichenbalken errichteten uralten Glockenstuhl.

Läuteordnung

Große Osanna-Glocke Mittlere Martinsglocke kleine Christusglocke
1493 (Neuffen 1642) 1951 1951
Gießerei Bernhard Lachmann    
G (G + 1/4) A C
"Osanna heiß ich, in unserer Frauen Ehr läut ich, Bernhard Lachmann goß mich." "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!" (Jer.22,29) "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!" (Mt.28,20)
  Symbol: Martinsmotiv Symbole: Kreuz, Alpha und Omega

Glockenschlag Mitternacht

Beliebte Quizfrage: Wieviele Schläge sind das?

Volles Geläute (fast 9 Minuten)

Wie Neuffen zu seinem Geläute kam

Nullpunkt für das derzeitige Geläute ist das Jahr 1634, als der Stadtbrand Stadt und Kirche verwüstet hatte und alle Glocken mit zerstört waren.

Dann erzählt der Kirchenführer:

Am 1. Feburar 1641 war »um die Mittagszeit, bei ganz stillem Wetter« der Kirchturm in Grabenstetten, wohl infolge vorausgegangener Kriegsschäden, eingestürzt. Die beiden dortigen Glocken, eine »mit etlich 30 Zentnern« und eine kleine konnten unbeschädigt aus dem Trümmerhaufen geborgen werden. Neuffen verhandelte daraufhin mit Grabenstetten der großen Glocke wegen. Man einigte sich auf 460 Gulden. Im kommenden Winter wurde die Glocke »nicht ohne Schwierigkeiten die alte Steige« herab befördert. Sie läutete in Neuffen erstmals am 16. Oktober 1642 zum Begräbnis von Frau Maria Kling geb. Lederer, der Gattin des Bürgermeisters Peter Kling. Die Glocke ist ein Werk des Glockengießers Bernhard Lachmann von Heilbronn. Ihre Inschrift ist in spätgotischen Minuskeln aufgegossen (s. oben).

 

1719 erhielt Neuffen eine zweite und 1828 eine dritte Glocke. Beide Glocken mussten jedoch im zweiten Weltkrieg abgegeben werden und sind verloren. Eigentlich hätte nur die kleinste Glocke verbleiben dürfen, aber der beauftragte Zimmermann meldete, dass die große nicht durchs Mauerwerk gegangen sei und so wurde die wertvolle alte Glocke gerettet.

Die Stundenanzeige geschah bis 1951 durch die Osanna-Glocke und mit zwei von der Eisenbahnverwaltung zur Verfügung gestellten Radreifen.

 

Die neuen Glocken von 1951 greifen die Tonfolge der alten Glocken auf.