Kunst in der Martinskirche

Extras:

Detail-Seite mit vollständiger Wiedergabe aller Inschriften und näherer Beschreibung.

Paramente-Seite mit allen vorhandenen Paramenten

Bauzier

Dekorative Bauzier findet sich lediglich im Chor der Martinskirche. Die Zusammenstellung folgt der Architektur von oben nach unten.

 

Schlusssteine im Chorgewölbe

 

Im Chorgewölbe

Altartisch und Kruzifix

Da nirgends etwas über den Altar berichtet wird, gehen wir davon aus, dass er im Zusammenhang der Wiederaufbauarbeiten um 1640 entstanden sein könnte. Er kann aber auch älter sein, da das Chorgewölbe im Stadtbrand ja durchgehalten hat. Er sollte jedoch nachreformatorisch sein.

Der ist in gotischen Formen aus Stein gearbeitet und besitzt neben dem Altarblock zwei seitliche Schranken. Der Block ist zur vorderen Ansicht zweischalig gestaltet, d.h. die Arkaden stehen frei mit einem schmalen Raum dahinter, der rostrot ausgestrichen ist. Im Zentrum der vorderen Ansicht ist ein Siegeslamm in einem Medaillon abgebildet, dessen Hintergrund und Zugaben farblich gefasst sind.

 

Das Kruzifix dürfte wie der Kanzeldeckel nach dem Stadtbrand aus einer anderen Kirche nach Neuffen geholt worden sein.

Kanzel

Die Kanzel wurde bei der Erneuerung 1932 an der heutigen Stelle installiert. Für den Sockel wurde der Künstler Gerhard Friedrich Beck aus Stuttgart beauftragt. Er gestaltete einen "verkündenden Engel" auf einer Sandsteinplatte.

Kanzeldeckel

Im Jahr 1759 konnte die Gemeinde in Neuffen den besonders bunten Kanzeldeckel erwerben und über der damals im Mittelschiff an der zweiten Säule von vorn befindlichen Kanzel anbringen. Dafür wurden 60 Gulden an die Nürtinger bezahlt und noch einmal 40 Gulden fielen für Nebenkosten von der Renovierung bis zur Aufhängung an.

Der Kanzeldeckel selbst wurde 1610 für die Kanzel der Nürtinger Stadtkirche hergestellt. Er wurde von Simon Schweitzer aus Balingen hergestellt, dem zu seiner Zeit berühmtesten Bildschnitzer des Landes.

 

Im Kanzeldeckel stehen 8 Figuren, die vollplastisch mit ihren jeweiligen Insignien dargestellt sind:

Mose, Matthäus, Markus, Jesus Christus, Lukas, Johannes, Johannes der Täufer und dazu oben auf der Spitze ein Verkündigungsengel. Der Engel zeigt ein Buch, in dem man mit einem Fernglas lesen kann:

"Die Offenbarung S. Johannes 14. Cap

Und ich sahe einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewig Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde sitzen und wohnen, und allen Heiden und Geschlechtern und Sprachen und Völkern, und sprachen mit grosser Stimm: Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre, denn die Zeit seines Gerichts ist kommen und beten an ..."

 

Beim Evangelisten Lukas ist auf der Schreibtafel der Anfang seines Evangeliums zu lesen. Am unteren Rand steht Lukas 11,28 geschrieben und von unten liest man Jesaja 61,1. Im Zentrum unten und über dem Kopf des Predigers fliegt eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes.